Jahresbilanz 2017: Volksbank Marsberg sieht sich gut aufgestellt

Nicht ganz einfach, aber es ging doch voran: Die Führungsriege der Volksbank– (v.li.) Vorstandsvorsitzender Dirk Lüddecke, Vorstand Hans-Jochen Zöllner, Prokurist Stefan Meyer, Privatkundenberater Thomas Wild und Betriebs-Bereichsleiterin Britta Raffenberg – kommt auch mit widrigen Umständen zurecht.

Marsberg. „Wir gehören ein bisschen in die Champions League. Das ist nicht so selbstverständlich für eine kleine Bank wie unsere“, erklärte Dirk Lüddecke, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Marsberg. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellte die Bank die vorläufigen Bilanzergebnisse für 2017 vor. Tatsächlich blickt der Vorstand, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. 

Ein Plus bei den Einlagen und den herausgegebenen Krediten, in der Bilanzsumme und beim betreuten Kundenvermögen – die Volksbank Marsberg war auch im Geschäftsjahr 2017 weiter auf Erfolgskurs und konnte damit ihr kontinuierliches Wachstum der Vorjahre fortsetzen. Die Bilanzsumme stieg auf 221 Millionen Euro an – ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das gesamte betreute Kundenvolumen erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 402,9 Millionen Euro. Unterm Strich verzeichnete die Volksbank Marsberg in 2017 ein Geschäftsergebnis in Höhe von 6,9 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg um 7,5 Prozent auf 21,5 Millionen Euro.

Die bilanziellen Einlagen der 8.043 (Vorjahr: 8.029) Mitglieder und rund 13.000 Kunden stiegen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf die neue Rekordhöhe von 175,5 Millionen Euro. Dabei parkten die Kunden ihr Erspartes und ihre Gelder vor allem in Spar- und Termineinlagen. Das außerbilanzielle Kundenanlagevolumen stieg um zehn Prozent auf 92,8 Millionen Euro. Steigende Zinsen seien nach wie vor nicht in Sicht, so Vorstand Hans-Jochen Zöllner. Und wenn, so werde ein Anstieg nur sehr langsam erfolgen.

Bei den Kundenforderungen verzeichnete die Bank ein Wachstum von 0,5 Prozent auf 110,9 Millionen Euro. Insgesamt wurden 24,5 Millionen Euro (plus 23,1 Prozent) neu an Krediten vergeben. Davon floss mit 12,6 Millionen Euro rund die Hälfte in den privaten Wohnungsbau. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 29,9 Prozent. Auch der gewerbliche Mittelstand investierte deutlich mehr als im Vorjahr: Hier war ein Anstieg um 17,2 Prozent auf 10,2 Millionen Euro zu verzeichnen. Der private Wohnungsbau sei, mit Neukauf, Umbau und energetischer Sanierung, neben der Investitionsbereitschaft des gewerblichen Mittelstands, der große Wachstumstreiber. „Die Marsberger halten ihre Immobilien in Schuss“, so der Vorstandschef anerkennend.

Sehr erfreulich aus Sicht der Bank war auch die Entwicklung im Dienstleistungsgeschäft: Die Wertpapieranlagen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent auf 55,7 Millionen Euro. Die Rückkaufswerte beim Verbundpartner, der R+V Lebensversicherung, stiegen um 9,2 Prozent auf 15,4 Millionen Euro, das Bausparguthaben um 8,6 Prozent auf 20,2 Millionen Euro. Auch Sparverträge bei der Fondsgesellschaft Union Investment erfreuten sich steigender Beliebtheit (plus 12,1 Prozent).

Der Vorstand wertete die positiven Zahlen als Ergebnis der Nähe der Bank zu ihren Firmen- und Privatkunden sowie der schnellen und verlässlichen Kreditentscheidungen. Einen großen Anteil habe zudem die kompetente Beratung durch die 52 bankeigenen Fachleute. „Unserer Bank geht es ganz hervorragend, weil unser Mitarbeiter hervorragend sind“, so Lüddecke. Diese werden zu einem guten Teil im eigenen Haus ausgebildet, beziehungsweise qualifiziert und weitergebildet. So hat die Volksbank Marsberg Anfang des Jahres wiederum alle Azubis des Jahrgangs übernommen, darunter war auch ein Informatikkaufmann.

Auf der Aufwandseite konnten die Kosten nahezu konstant gehalten werden, berichtete der Vorstand weiter. Dies verdanke sich vor allem der Kooperation mit den beiden Bankenhäusern in Eslohe und Oeventrop, die im administrativen Bereich weiter ausgebaut werde. So erfolge bis Mitte des Jahres die Umstellung auf eine vollständig neue Software, die gleichzeitig bei den Volksbanken Marsberg und Eslohe sowie bei der Spar- und Darlehnskasse Oeventrop eingeführt wird. Angestrebt wird dabei unter anderem die Vereinheitlichung von Arbeitsprozessen und der Datenerfassung. Auch im Kundenbereich setzt die Bank immer mehr auf Digitalisierung, wie mit dem kontaktlosen Bezahlsystem oder Ratenkäufen, die per Smartphone abrufbar seien, erläuterte Prokurist Stefan Meyer. Dies komme den Kundenwünschen nach Flexibilität und Mobilität entgegen. Um 68 Prozent legte beispielsweise die Nachfrage nach dem Kreditformat „Easy Credit“ zu. Lüddecke betonte aber auch: „Wir wollen die persönliche Bank nicht ersetzen, sondern ergänzen.“

Insgesamt sehen die beiden Bankvorstände ihr Haus also gut gerüstet für die anstehenden Herausforderungen. Aber nicht nur Mitglieder und Kunden, sondern die gesamte Stadt Marsberg profitieren von der guten Performance der Bank, sei es in Form der Gehälter, die gezahlt werden und als Kaufkraft in der Stadt bleiben, als Arbeitgeber, bei der Gewerbesteuer sowie beim gesellschaftlichen und sozialen Engagement. Insgesamt 37.000 Euro wurden per 31. Dezember 2017 als Spenden und Sponsoring in gemeinnützige Projekte von heimischen Vereinen und Institutionen investiert. Insgesamt sei Marsberg ein geldwerter Vorteil von rund vier Millionen Euro entstanden, rechneten die Finanzexperten vor.