Ein gutes Jahr für die Volksbank Marsberg

Vorstandsvorsitzender Dirk Lüddecke, Angelika Luckey, Felix Hagelüken, Landsatiriker Udo Reineke, Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Eßbach und Bankvorstand
Hans-Jochen Zöllner (von links).

„2017 war ein gutes Jahr für die Volksbank Marsberg.“ Diese Aussage zog sich wie ein roter  Faden durch die Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat auf der diesjährigen  Vertreterversammlung, die am vergangenen Dienstagabend unter der Leitung des  Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Eßbach in Marsberg zusammentrat. Gestützt wurde diese Aussage durch die Zahlen des Geschäftsjahres 2017, die Bankvorstand Hans-Jochen Zöllner  vorlegte.

Auch in 2018 ist die heimische Kreditgenossenschaft geschäftlich gut unterwegs. Und es gibt zudem Grund zum Feiern, und zwar den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.  „Es ist beachtlich, wie alt Raiffeisens genossenschaftliche Idee bereits ist – und wie stark und lebendig sie bis heute geblieben ist“, lenkte Vorstandsvorsitzender Dirk Lüddecke den Blick  nach vorn. Sich auf Neues einzulassen oder sich auf Bewährtes zu besinnen: Beides habe für  jeden Einzelnen und jedes Unternehmen seine Berechtigung, verdeutlichte Lüddecke.  Dass letzterer Weg mit Blick auf die vor zehn Jahren ausgebrochene weltweite Finanzmarktkrise für die Volksbank Marsberg und die gesamte genossenschaftliche Bankengruppe der richtige gewesen sei, hätten die Jahre nach 2008 gezeigt. „Unsere  Aufgabe ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Schaffung von Mitgliedernutzen“, brachte Lüddecke die Geschäftspolitik seines Hauses auf den Punkt. Dies könne man nicht durch komplizierte Finanzinnovationen erreichen, sondern indem man enge Kontakte zu den  Kunden vor Ort pflege. Kritik äußerte der Vorstandsvorsitzende an der Bankenregulierung,  die zu wenig zwischen großen und kleinen Instituten unterscheide. „Wir brauchen regulatorische Erleichterungen speziell für kleinere, solide, regionale Banken, wie sie in  Europa beispielsweise unter dem Begriff ´Small Banking Box´ diskutiert werden“, forderte Lüddecke. Damit würde die EU der Bedeutung regionaler Kreditinstitute wie der Volksbank  Marsberg Rechnung tragen und zum langfristigen Erhalt des genossenschaftlichen  Geschäftsmodelles beitragen, das sich seit über 150 Jahren bewährt habe.

Stichwort  „bewährt“ Wie sich das Geschäftsmodell der Volksbank Marsberg in 2017 bewährt hat,  verdeutlichte anschließend Bankvorstand Hans-Jochen Zöllner bei der Vorstellung der  wichtigsten Bilanzzahlen. Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent  auf 220,5 Millionen Euro. Das betreute Kundenvolumen kletterte auf den neuen Höchstwert von 403 Millionen Euro. Das bilanzielle Kundenkreditgeschäft belief sich mit 110,8 Millionen  Euro auf Vorjahreshöhe. Besonders stolz äußerte sich Vorstandsvorsitzender Dirk Lüddecke  über das Kredit-Neugeschäft. „Unser Neugeschäft konnten wir um 23,1 Prozent steigern, davon gewerblich 10,2 Millionen Euro und für den privaten Konsum 1,7 Millionen Euro.“ Zugelegt hat die Bank auch bei den bilanziellen Kundeneinlagen: Sie stiegen um 3,9 Prozent auf 175,5 Millionen Euro. Unterm Strich verbleibt nach Steuern und Vorwegzuweisungen in  die Rücklagen ein Bilanzgewinn von 230.000 Euro. Durch einen einstimmigen Beschluss der  Vertreterversammlung erhalten die 8.043 Mitglieder der Bank daraus eine Dividende von vier Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Rund 116.000 Euro werden den Mitgliedern insgesamt gutgeschrieben. Auszahlungstermin ist der 25. Mai 2018. Zudem werden die  Rücklagen und damit das Eigenkapital weiter gestärkt. Die weiteren Beschlüsse waren nach  diesen vielen positiven Nachrichten nur noch Formsache: Nach der Feststellung des  Jahresberichtes wurde Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt. Angelika  Luckey und Felix Hagelüken wurden für eine weitere Wahlperiode von drei Jahren im Aufsichtsrat bestätigt. Auch bei den Wahlen zum Wahlausschuss und der Änderung der  Satzung auf Grundlage der Mustersatzung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) folgte das „Bankparlament“ den gemeinsamen Vorschlägen von  Aufsichtsrat und Vorstand.

Einen ebenso kurzweiligen wie unterhaltsamen Schlusspunkt  setzte Udo Reineke, Landsatiriker aus der Warburger Börde, mit seinem Vortrag zum Thema  Ergriffensein vom NIX“.